Rheinland-Pfalz: Wandel im Dialog

Während die bundesgesetzlichen Details noch konkretisiert werden, hat Rheinland-Pfalz parallel bereits strategische Leitplanken definiert. Zentrale Elemente:

• Regionalkonferenzen in fünf Versorgungsregionen
• Gespräche mit Krankenhausträgern und trägerübergreifende Gespräche
• Einbindung von Krankenkassen, Kommunalen Spitzenverbänden, Kammern, Kassenärztlicher Vereinigung und weiteren Stakeholdern
• Nutzung datenbasierter Planungsinstrumente

Rheinland-Pfalz gestaltet die Krankenhausreform im Dialog mit vielen Beteiligten. Ziel ist eine transparente, verlässliche Planung, die regionale Besonderheiten ernst nimmt und gemeinsam tragfähige Lösungen entwickelt.

In den fünf rheinland-pfälzischen Versorgungsgebieten fanden Regionalkonferenzen statt, bei denen die Ergebnisse des Gutachtens zur Krankenhauslandschaft vorgestellt wurden und das Land gemeinsam mit Krankenhausträgern, Kommunen und weiteren Akteuren die zukünftige Versorgungsstruktur diskutiert hat.
Diese Konferenzen haben Transparenz über Ausgangslage, Gutachten-Ergebnisse und mögliche Entwicklungspfade geschaffen – so werden Entscheidungen nicht „über die Köpfe hinweg“, sondern auf informierter regionaler Grundlage vorbereitet.

Träger- und Stakeholdergespräche

Das Land führte strukturierte Trägergespräche mit allen Krankenhausträgern, um Rollen, Perspektiven und Spezialisierungsmöglichkeiten jedes Standorts zu klären.
Ergänzend gab es Stakeholdergespräche mit Kassen, Medizinischem Dienst, Kommunen, der Krankenhausgesellschaft und weiteren Akteuren, in denen über die Versorgungslandschaft und ihre Entwicklung gesprochen wurde.

Dialog als laufender Prozess

Die Krankenhausplanung wird nicht einmalig „verordnet“, sondern bis zur Einführung des neuen Krankenhausplans 2027 in einem iterativen Dialogprozess weiterentwickelt.
So entsteht eine Versorgungslandschaft, die medizinische Qualität, Wirtschaftlichkeit und regionale Erreichbarkeit miteinander verbindet – getragen von einem breiten Bündnis der Verantwortlichen im Land.

Investitionen erhöht

Rheinland-Pfalz stärkt seine Krankenhauslandschaft mit gezielten Investitionen in moderne, leistungsfähige Klinikstrukturen. Über das Krankenhausinvestitionsprogramm erhalten die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz in diesem Jahr 80,5 Millionen Euro für bauliche Investitionen. Zusammen mit den 68 Millionen Euro Pauschalförderung, die in zwei Raten ausgezahlt werden, fördert das Land die Krankenhäuser mit insgesamt 148,5 Millionen Euro. In dieser Legislaturperiode wurden die Mittel von 128 Millionen Euro im Jahr 2021 auf jetzt 148,5 Millionen Euro gesteigert.

Über den mit dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) eingeführten Krankenhaustransformationsfonds (KHTF) können in Rheinland-Pfalz in diesem Jahr voraussichtlich weitere rund 229 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, sobald die gesetzlichen Rahmenbedingungen durch den Bund festgelegt wurden. Der KHTF ist ein zentrales Finanzierungsinstrument des Bundes, das die mit der Krankenhausreform angestoßenen Strukturmaßnahmen von 2026 bis 2035 mit bis zu 50 Milliarden Euro unterstützen soll. Aus dem Fonds sollen vor allem Maßnahmen gefördert werden, die der Transformation der Krankenhauslandschaft im Sinne der Reform dienen. Zusätzlich können auch bedarfsgerechte, bestehende Strukturen gefördert werden.

Ein weiterer Baustein ist das neue Sondervermögen „Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur“. Es stellt zur Stärkung der medizinischen Versorgung und für Investitionen in Krankenhäuser über zwölf Jahre 133,7 Millionen Euro bereit, um die Krankenhausinfrastruktur zu modernisieren, Energieeffizienz und Klimaschutz zu fördern sowie die Regioklinik und innovative Versorgungsmodelle zu unterstützen.
Mit diesen Maßnahmen bekennt sich das Land klar zu einer wohnortnahen, modernen und nachhaltigen Gesundheitsversorgung – für Patientinnen, Patienten und Beschäftigte gleichermaßen.